Louis Corinth: „Zum Lernen ist aber die Ölfarbe vorzuziehen. Sie hat die Möglichkeit des absoluten Korrigierens …“. Ja, das ist wahr, aber keine Malerei ist so transparent, wie das Malen mit Aquarellfarben! Und korrigieren kann man auch fast alles!
Die Aquarellmalerei
Ist es leicht, mit Aquarellfarben zu malen?
Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als wäre die Aquarellmalerei die einfachste Art des Malens. Wahrscheinlich sind vergleichbare Ölbilder deutlich teurer, als ein Aquarell der gleichen Größe. Aber, wie so oft, trügt der Schein. Das Malen mit Aquarellfarben mag zwar leicht aussehen, aber die Experten sind sich darüber einig, dass es die schwierigste aller Malweisen ist. Nur ein kurzer Hinweis: Der Aquarellmaler muss sein Werk ganz genau planen und dann eben ausführen. Es ist zwar nicht so, dass sich nicht Vieles auch korrigieren lässt, dafür braucht man dann aber schon eine gehörige Kreativität bzw. die entsprechenden Pinsel. Will man die Aquarellfarbe einfach wegwischen, dann geht das meistens nur auf Kosten eines deutlichen Transparenzverlusts einher. Die Transparenz ist aber gerade das Schöne an der Aquarellmalerei. Es ist also schon sehr viel Übung nötig, um mit Aquarellfarben so umzugehen, dass sich das gewünschte Ergebnis einstellt. Hier kommt das Unterrichten ins Spiel. Durch gezielten Unterricht kann natürlich vieles abgekürzt, also viele Fehler vermieden werden. Das biete ich in meinen Kursen an. Allerdings möchte ich schon betonen, dass das Beherrschen dieser Maltechnik nur eine Sache ist, ebenfalls sehr wichtig ist das Beachten der Komposition bei der Malerei. Das gilt aber für alle Techniken. Eine wichtige Sache beim Aquarellmalen ist jedoch auch die Geduld. Viele Aquarellmaler können es nicht erwarten, bis eine Schicht tatsächlich trocken ist, falls man das braucht. Es gibt natürlich auch Nass-in-Nass-Malerei. Aber auch da gibt es unterschiedliche Grade des Trocknens zu beachten, wenn sich ein gewisser Erfolg einstellen soll. Das Problem beim Malen mit Aquarellfarben ist also, dass Sie relativ zügig arbeiten müssen, da Sie, wenn Sie Farbe auf das Papier gebracht haben nur ca. zwei Minuten Zeit haben, bis die Farbe so trocken ist (hängt natürlich auch von der Umgebungstemperatur ab und wie nass Sie die Farbe aufgetragen haben), dass Sie sie nicht mehr mit anderer Farbe vermischen können. Hier können Sie jedoch einen Wasserzerstäuber verwenden, der die Papieroberfläche wieder feucht macht, ohne dass die schon aufgebrachte Farbe verfließt. Beim Malen mit Aquarellfarben müssen Sie immer das ganze Bild im Auge haben um auf die unterschiedlichen Feuchtheitszustände zu reagieren. Sie sehen also, wie wichtig eine gute Planung ist! Aber nun keine Panik! Das läst sich alles zeigen und üben, so dass sich in relativ kurzer Zeit schon große Erfolge einstellen.
Wie lange halten denn Aquarellfarben, wie ist die Beständigkeit der Farben?
Aquarelle können 100 Jahre und länger halten. Sie müssen aber mit lichtechten echten Künstlerfarben arbeiten und die Bilder vor Feuchtigkeit bewahren. Verwenden Sie auch immer ein Passepartout und ein Glas im Rahmen. Am besten, aber auch etwas teurer, so genanntes Museumsglas. Die Firma Halbe bietet derartige Rahmen an.
Gibt es nur bestimmte Motive, die man mit Aquarellfarben malen sollte?
Bestimmt nicht. Sie können jedes Motiv malen, wobei das Eine vielleicht etwas einfacher, als das Andere ist. Sehen Sie sich Bilder unterschiedlicher Aquarellmaler an, bzw. Aquarelle von unterschiedlichen Malern. Vergleichen Sie Turner mit Nolde. Sehen Sie sich die Aquarelle von Bernhard Vogel und die von Yardley an.
Als nächstes möchte ich Ihnen hiermit einen Vorschlag für die richtigen Aquarellfarben machen
Kaufen Sie, wie schon oben erwähnt, unbedingt reine Künstlerfarben. Diese Farben haben mehr Pigmente als die so genannten Studiofarben. Sie bleiben auch deutlich länger farbecht, als Studiofarben.
Wo kauft man Aquarellfarben?
Wenn es pressiert in einem Kunstladen im Ort, wenn vorhanden, manchmal auch im Baumarkt, (falls dieser Kunstmaterial hat). Wenn es ein paar Tage Zeit hat, dann zum Beispiel hier:
www.kreativ.de. Sie bekommen die Bestellung ab 79.-€ portofrei.
Nicht jeder Hersteller hat die Farben, die man gerne haben will, dann muss man bei den anderen Herstellern nachsehen.
Natürlich ist auch Boesner eine gute Wahl, da die Versendung sogar deutlich schneller geht, als bei Kreativ! Ab 250€ müssen Sie auch bei Boesner keine Versandkosten zahlen. Die Versandkosten belaufen sich in der Regel so um die 7€. Wenn Sie das auf die Anzahl der Produkte umlegen, die Sie bestellen, dann zahlen Sie pro Produkt nicht mehr so viel, dass sich die Fahrt zu Boesner oder Kreativ/Gerstaecker lohnen würde. Wenn Sie in den Läden shoppen wollen, dann ist das natürlich etwas anderes und manchmal findet man tatsächlich etwas, das man vielleicht online übersehen hätte.
Welche Farben sollten Sie haben?
Titan- bzw. Deckweiß
Die Royal Watercolour Society würde Sie dann zwar nie akzeptieren, aber das ist wahrscheinlich zu verschmerzen. Die besten Aquarellmaler verwenden Deckweiß.Sehen Sie zum Beispiel nach bei Bernhard Vogel oder Castagnet. Dieses Weiß verwenden Sie weniger zum Aufhellen von Farben, sondern eher zum Übermalen von dunkleren Stellen oder zum Verdicken von anderen Tönen.
Ein helleres Gelb und ein dunkleres Gelb (Zitronengelb ist eine gute Lösung, da man es auch zum dunkleren Gelb mit etwas Rot abtönen kann).
Kadmiumrot hell und Kadmiumrot mittel, auch Zinnoberrot geht gut (auch Chinacridon, da es etwas bläulich ist und bessere Violett-Töne beim Mischen hervorbringt).
Ultramarinblau, Cölinblau, Preußischblau (Phtaloblau ebenfalls gut)
Lichter Ocker (könnte man aus den oberen Farben ermischen, ist aber als fertige Farbe ganz praktisch, da man diese Farbe oft braucht).
Krapplack
Grüntöne: Olivgrün, Saftgrün.
Das wäre das Minimum. Türkisblau ist auch immer nützlich!
Kaufen Sie, wie schon oben gesagt, keine so genannten Studiofarben. Sie sind zwar billiger, Sie ärgern sich aber sicherlich, da diese Farben nicht die Deckkraft von so genannten „echten Künstlerfarben“ haben.
Zu den Pinseln
Bei den Kursen nehme ich immer etliche Pinsel für Sie aus meinem Fundus mit, damit Sie auch unterschiedliche Pinsel testen können. Wenn Sie sich dann selbst Pinsel besorgen wollen, dann rufen Sie die Internetseiten der bekannten Ausstatter auf. Suchen Sie nach Japan- bzw. Chinapinsel. Diese Pinsel speichern viel mehr Farbe, als herkömmliche Pinsel. Rotmarder-Pinsel können Sie sich sparen. Allerdings sind sie für das Korrigieren, das heißt für das Farbeentfernen ganz praktisch, dies können Sie aber auch mit einem Kunsthaarpinsel erreichen. Da Vinci Serie 18 hat sich hier bewährt.
Ein paar Maltipps
Im Folgenden kommen nun Maltipps. Dies sind aber nur Anregungen bzw. Erfahrungen, die hier dargestellt werden. Man kann jedoch immer so oder so malen.
Sieht man einmal von der Royal Watercolour Society ab, die 1804 gegründet wurde und, wie schon oben erwähnt, den wahren Aquarellisten vorschrieb, niemals Deckweiß zu verwenden, haben sich die meisten Künstler nur am gelungenen Resultat orientiert. Ein John Singer Sargent, einer der genialsten Aquarellmaler aller Zeiten oder Bernhard Vogel, ein zeitgenössischer sensationeller Aquarellmaler aus Salzburg verwendet eben Deckweiß, wenn es gut passt. Ebenso Alvaro Castagnet. Sie orientieren sich eben mehr an Friedrich Schiller: „Die Kunst ist eine Schwester der Freiheit“. Ich will damit sagen, man sollte nicht fragen, ob man mit einem Medium in gewisser Weise vorgehen muss, sondern man sollte sich einfach am gewünschten Resultat ausrichten. Wenn sich Künstler über ein Bild unterhalten, dann heißt es sehr oft nicht, wie hast da das gemalt, sondern mit was. Das kann schon einmal eine Scheckkarte oder die Finger sein. Alles ist erlaubt, wenn es zum Ziel führt. Eine kurze Einführung ins Material bekommen Sie auch hier: Das ist ein kleines Video von mir zu diesem Thema:
Zum Papier
Verwenden Sie mindestens 300 Gramm Papier. Falls Sie gerne eine gröbere Körnung haben wollen, dann kaufen Sie kaltgepresstes grobkörniges Papier. Dieses Papier unterstützt Sie bei der Landschaftsmalerei indem die Farbe immer etwas abreißt und somit leichter Strukturen zu schaffen sind. Feuchte Farbe lässt sich auch wieder leicht wegnehmen, falls Sie korrigieren müssen. Diese Papiere gibt es in den unterschiedlichsten Größen. Heißgepresstes Papier hat eine glatte Oberfläche, ideal für detaillierte, kontrollierte Pinselführung. Die aufgetragene Farbe sinkt nicht so schnell in das Papier ein und kann deshalb länger verschoben werden. Das ist aber alles Übungssache. Die getrocknete Farbe wirkt bei heißgepresstem Papier etwas transparenter. Sie können diese Papiere in Blöcken kaufen. Das hat den Vorteil, dass Sie das Papier zum Malen nicht aufziehen müssen. Was bei 300 Gramm Papier auch nicht unbedingt nötig ist. Sie können auch Büttenpapier kaufen, das schnell saugt, aber auch einen wertvollen Eindruck macht. Vergessen Sie nicht ein Passepartout zu besorgen, das Ihr Bild umgeben soll. Das Bild wirkt sofort deutlich wertiger.Wählen Sie den Ausschnitt so groß, dass das gesamte Aquarell mitsamt einem weißen Rand reinpasst. Der weiße Rand, um Ihr Aquarell herum, deutet an, dass Sie das Aquarell nun so ausstellen, wie Sie es auch geplant hatten, dass Sie also keine unpassenden Stellen abgeschnitten haben. Dann hätten Sie nämlich an dieser Schnittstelle keinen weißen Rand zum Passepartout-Ausschnitt hin. Das zeigt, dass dem Künstler das Aquarell so gelungen ist, wie er es geplant hat. Auch wenn es vielleicht der zwanzigste Versuch war. Aber das macht nichts. Berühmte Maler hatten ganze Schulen, die ihnen zugearbeitet haben. Es gibt zum Beispiel etliche Bilder von Hieronymus Bosch, da wurden die Holzplatten für diese Bilder von den Bäumen geschnitten und gehobelt, da hat Bosch schon lange nicht mehr gelebt. Konnte man an den Jahresringen der Holzplatten feststellen. Da war er aber nicht der Einzige!Apropo Holzplatten, der Hit bei Aquarellpapier ist 640 gr. Entweder von Arches oder Fabriano. Billig ist es nicht! Dieses Papier können Sie definitiv bearbeiten wie Sie wollen. Es bleibt auch immer sehr waagrecht auf dem Untergrund. Viele Aquarellmaler sagen, dass der Pinsel eher zweitrangig ist. Das Wichtigste sei das Papier!
Welches Material brauchen Sie noch?
Man kann aus allem eine Materialschlacht machen. Die Farben und die Pinsel, die ich oben beschrieben habe, brauchen Sie unbedingt. Die Minimalausstattung bei den Pinseln ist ein Japan- bzw. Chinapinsel mittlerer Größe (12) und ein billiger Flachpinsel, ebenfalls mittlerer Größe. Ein ganz dünner Pinsel Größe 0 oder ein Schlepper sind für sehr dünne Linien hilfreich. Das reicht eigentlich. Ein Rundpinsel der Größe 10 unterstützt Sie sehr gut, falls Sie Farbe abreissen lassen wollen. Das ist eine praktische Unterstützung bei Baumkronen etc. Sie können das aber auch mit einem sehr trockenen Japan- bzw. Chinapinsel erreichen, aber eben nicht so praktisch. Einen Naturschwamm können Sie gut für Blätter von Bäumen verwenden. Auch zum Wegnehmen von Farbe, falls etwas korrigiert oder ein bestimmter Effekt erzeugt werden soll. Eine Rolle Haushaltstuch und ein Haushaltsschwammtuch für das Trocknen der Pinsel. Das war es eigentlich. Eine Scheckkarte hat jeder dabei, damit können Sie Wasserstrukturen simulieren oder entfernte Bäume herauskratzen. Geht aber auch mit dem Flachpinsel. Ein weicher Bleistift ist sehr nützlich, da eine Bleistiftskizze das schnelle Arbeiten schon sehr unterstützt. Ja das war es nun schon.
Wie beginne ich ein Bild?
Meistens haben Sie ja eine Fotovorlage. Diese Vorlage gefällt Ihnen aus bestimmten Gründen. Es ist nun wichtig, dass Sie das auf Ihrem Malgrund bringen, was Ihnen auf der Vorlage so gut gefällt. Wie übertragen Sie nun das Geschehen auf dem Foto auf Ihren Malgrund? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.
Eine Variante wäre, dass Sie, wenn es sehr genau werden muss (also zum Beispiel beim Porträt), auf die Vorlage zwei Diagonalen zeichnen, die sich in der Mitte des Fotos schneiden. Dann machen Sie eine senkrechte und eine waagrechte Linie durch die Mitte. Jetzt ziehen Sie wieder eine Diagonale beim linken oberen Kästchen von links unten zum oberen Ende der mittleren Linie. Machen Sie das ebenfalls bei den anderen drei Kästen. Sie können nun wieder senkrechte und waagrechte Linien durch die Mitten der vier Kästchen ziehen usw. Sie können dieses Kästchen entwickeln so verfeinern wie Sie es brauchen. Das Gleiche müssen Sie auch bei Ihrem Malgrund machen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Ihr Malgrund die gleichen Verhältnisse in der Höhe und Breite, wie das Foto hat. Nun können Sie die Kästcheninhalte auf dem Foto auf Ihren Malgrund kopieren. In der Regel mit einem Stift. Es kann aber auch ein Pinsel sein. Es kommt auf die Größe des Malgrunds an. Bei Portraits ist dieses Vorgehen, wie schon oben erwähnt, sehr praktisch, da man beim Porträt sehr exakt vorgehen muss. Bei Landschaftsbildern ist dieses Vorgehen nicht nötig. Hier muss nicht so exakt gearbeitet werden. Hier kann man sich mit einer schnellen Skizze mit einem Pinsel begnügen, mit dem man entweder in zunächst ausgefüllten Formen malt oder in Linien. Meistens wird das kombiniert. Eine andere Vorgehensweise ist das Episkop. Hier gibt es schon sehr günstige Beamer, die schon sehr leistungsstark sind. Wenn Sie ca. 80€ für einen Yoton-Beamer investieren, machen Sie keinen Fehler. Diesen Beamer können Sie an den Computer, an ein Tablet oder ein Smartphone anschließen. Stellen Sie dann den Aquarellblock oder das aufgezogene Papier richtig senkrecht. Es darf nicht schief stehen, da es sonst Verzeichnungen gibt. Dann malen Sie mit dem Pinsel oder einem Bleistift die wichtigsten Linien, die Ihnen der Beamer erzeugt. Bei einem Portrait ist dies eine enorme Hilfestellung. Genieren Sie sich nicht derartige Hilfsmittel zu verwenden. Auch Dürer und andere Maler seiner Zeit und später haben immer alle Hilfsmittel verwendet, die Ihre Produktivität gesteigert haben. Sehen Sie sich den Film "Der Kontrakt des Zeichners" an. Hier werden derartige Hilfsmittel vorgestellt. Für Landschaften benötigen Sie wahrscheinlich keinen Beamer, für Portraits ist es eine große Hilfe.Dann können Sie sich voll auf den Mund konzentrieren ("Ein Portrait ist ein Bild, bei dem der Mund nie stimmt", John S. Sargent.)Für Kreativität bleibt dann noch sehr viel Raum!
Wie male ich perspektivisch richtig?
Wenn Sie perspektivisch malen wollen, nehmen Sie den Pinsel immer zwischen Zeigefinger und Daumen in einer etwas schrägen Lage, so dass Sie Linien, die Sie in der Ferne sehen, von der Schräge her abmessen und dann leicht auf den Malgrund übertragen können.
Wie treffe ich die richtigen Tonwerte?
Wenn Sie ein Objekt betrachten, kneifen Sie die Augen etwas zusammen, damit Sie die Mitteltöne etwas ausschließen bzw. die Tonwerte feststellen auf die es ankommt. Sie sollten dann nur noch diese Tonwerte malen, die Sie dann sehen. Unter Tonwerte versteht man die Helligkeiten. Also, wie hell ist ein Objekt bzw. eine Stelle im Objekt. Das Problem liegt allerdings darin, dass Ihr Hirn die jeweiligen Tonwerte wahrnimmt, dass es aber ein weiterer Schritt ist, diese gesehenen Tonwerte dann auch richtig auf den Malgrund zu bringen. Hier müssen Sie eventuell die Vorlage und das, was Sie auf den Malgrund gebracht haben, mehrmals mit zugekniffenen Augen überprüfen. Sie können die Tonwerte auch dadurch bestimmen, indem Sie die Vorlage fotografieren, wenn dies nicht schon gemacht ist, und dann diese Aufnahme im Smartphone auf S/W stellen. Dies zeigt Ihnen die Tonwerte etwas besser. In der Regel haben Sie nicht mehr als 5 Tonwerte.
Hier gibt es ein Video von mir zum Thema Tonwerte. Dieses Video bezieht sich zwar auf Ölfarben, dies ist aber egal, da es um die Tonwertbestimmung generell geht:
Achten Sie darauf, dass Ihre dunklen Stellen auf dem Bild nicht zu hell sind. Helle Stellen auf dem Bild brauchen unbedingt die richtig dunklen Stellen, damit sie wirken. Man sagt, dass die Dunkelheiten im Bild den Rhythmus des Bilds ausmachen. Ihr Bild lebt auch von Schatten. Dabei ist es oft gar nicht wichtig, dass Sie den Schatten richtig setzen, das heißt von der richtigen Seite. Damit das Bild interessanter wird, können auch mehrere Schatten aus unterschiedlichen Seiten auftreten. Jalousien bringen auch immer Atmosphäre bei Innenansichten oder bei Hausfassaden. Sehen Sie sich die Bilder von Mike Keilbach an, sie sind voll mit Schatten, auch aus unterschiedlichen Richtungen.
Wie starten Sie beim Malen im Freien?
Malen Sie gerne im Freien, dann sollten Sie gleich am Anfang ein Foto von der Szenerie machen. Nur so sind Sie sicher, dass Sie nicht von der Sonnenwanderung überrascht werden. Malen Sie so flott wie möglich und dann vom Tablet her fertig. Es ist nicht so erstrebenswert, dass Sie jeden Grashalm zu malen versuchen. Deuten Sie die Objekte vielmehr nur an. Das geht bedeutend schneller und es macht einen deutlich frischeren Eindruck. Vergessen Sie im Sommer Antimückenmittel und etwas zum Trinken nicht!
Starten Sie Ihr Bild, indem Sie die Vorlage in Flächen aufteilen
Eine Variante, um ein Bild zu beginnen, wäre, dass Sie zuerst Ihre Objekte auf dem Bild als Flächen malen. Aber bitte nur in ganz hellen Farben, also viel Wasser verwenden, so dass leicht korrigiert werden kann. Mit der Zeit werden diese Flächen dann immer differenzierter. Sie übermalen diese Flächen permanent mit immer etwas dunkleren Farben. Das Differenzieren sollte dann immer für alle Flächen in gleichem Maße gemacht werden. Das hat den Vorteil, dass Sie dann zu einem bestimmten Zeitpunkt das Gemälde beenden können und alles hat die gleiche Differenziertheit. Fangen Sie also bei einem Porträt nicht mit dem Auge an indem Sie dann zuerst einmal das Auge komplett fertig malen und dann den Rest jeweils, wie Ohr etc.. Ganz entscheidend ist, dass Sie die bemalten Stellen in der Regel erst komplett trocknen lassen. Ein ganz häufiger Fehler der Anfänger und oft auch der fortgeschrittenen Maler ist, dass zu früh wieder mit dem Weitermalen an Stellen fortgefahren wird, die eigentlich noch nicht trocken sind. Außer Sie wollen Nass-in-Nass malen, dann ist das natürlich etwas anderes.
Oft wird die Frage gestellt: Wie malt man Bäume?
Bei Bäumen in einem Landschaftsbild malen Sie nicht einen Baum komplett fertig und dann jeweils den Rest. Bei Bäumen malen Sie zuerst nur die reine Form und geben dann Farbe in die Form. Malen Sie den Baumstamm immer etwas schief. Blätter entwickeln sich dann, indem Sie immer mehr unterschiedliche Blätterfarbe in diese Form geben. So gehen Sie auch bei Wiesen oder Felder vor. Das können nur jeweils Pinselstriche mit unterschiedlicher Farbe sein. Für das Malen von Bäumen können Sie auch gut einen Naturschwamm verwenden, den Sie in nicht so flüssige Farbe tunken. Durchscheinenden Himmel können Sie, wie bei den anderen Maltechniken, nicht zum Schluss einfügen. Diesen Platz müssen Sie von Anfang an lassen. Äste immer etwas krakelig, Wie wenn Sie leicht zittern würden. Immer unterbrochen von Laub, nie als durchgängige Linien. Ziehen Sie bei Ästen den Pinsel immer sehr schräg über den Malgrund, so dass die Farbe immer etwas abreißt. Das macht das Bild realistischer. Das würden Sie auch sicher auf der Vorlage sehen, man übersieht es nur zu leicht, da man gerne Objekte aus dem Kopf malt und sich dann aber wundert, dass das auf dem Malgrund nicht das ist, was man auf der Vorlage sieht. Je einfacher Sie malen, um so überzeugender ist es.
Wie male ich Wasser?
Die Pinselführung bei Wasser geht immer waagrecht. Auch bei Spiegelungen sollten Sie immer waagrecht vorgehen. Das sind dann eben mehrere Pinselstriche untereinander. Die Farben, die sich im Wasser spiegeln, sind immer etwas dunkler als das was sich spiegelt. Einige waagrechte dünne Striche auf der Wasseroberfläche machen sich immer gut. Mit heller Farbe. Kleine Wellen sollten mit kurzen Pinselstrichen angedeutet werden, aber nicht regelmäßig. Das ist nur dann etwas mühselig, wenn Sie versuchen jede Welle, die Sie sehen zu übertragen. Sie können die Farben im Wasser auch senkrecht aufbringen, dann sollten Sie aber diese Senkrechten mit waagrechten Pinselstrichen ergänzen. Verwenden Sie bei Wasser immer auch den breiteren Flachpinsel.
Die Malrichtung und die Kanten der Objekte
Malen Sie immer in der Richtung in der das Objekt erzeugt wurde bzw. die das Objekt hat. Damit unterstützen Sie mit Ihrem Pinselduktus (Pinselstrich) schon die Struktur des Objekts. Schaffen Sie zwischen den einzelnen Objekten weiche Kanten, das schafft mehr Atmosphäre und macht das Bild aber zugleich realistischer. Das Auge überträgt das Gesehene an das Gehirn zwar scharf, das Gehirn nimmt es aber in der Regel gar nicht so war. Dies kann bei gemalten Bildern dann mit unscharfen Kanten unterstützt werden. Der Betrachter empfindet das Bild als angenehm. Dieses betonen einer gewissen Unschärfe wird auch durch das Mischen der Farben auf dem Maluntergrund unterstützt. Wenn Sie dann irgendwo eine scharfe Kante im Bild einbauen, dann wirkt dies alles umso mehr. Dies wäre ein kompositorischer Gegensatz. Hintergründe sollten nie als unstrukturierte Flächen gemalt werden. Je chaotischer Ihre Pinselführung bei Hintergründen ist, um so realistischer wirkt er. Das gilt auch für Bäume etc. Naturstrukturen sollten auch immer zittrig gemalt werden. Das erreichen Sie durch das sehr Flachhalten des Pinsels mit dickerer Farbe, die dann immer beim Auftrag leicht abreißt. Ziehen Sie den Pinsel immer leicht von unten nach oben.
Wie ermittle ich den richtigen Tonwert (Helligkeit)?
Helle und dunkle Flächen nie mit nur einer Farbe malen. Wenn Sie den gleichen Tonwert verwenden, dann können Sie die Farben beliebig variieren und Ihr Bild wird dadurch lebendiger und bekommt eine höhere Wertigkeit. Also hier immer die Augen zukneifen mit dem „Wo ist denn meine Brille-Blick?“, dann können Sie sich den richtigen Tonwert ermischen.
Die unterschiedlichen Tonwerte können Sie auch gut feststellen, wenn Sie die Vorlage fotografieren und dann das Bild in Schwarz/Weiß anzeigen lassen. Das schafft jedes Smartphone unter dem Menüpunkt Bearbeiten bei den Fotos. Wurde ja auch schon etwas oben dargestellt.
Ich gebe Ihnen hier Tipps, die die oberen Ausführungen noch etwas ergänzen, die meinen Unterricht jedoch nicht überflüssig machen, da es immer darauf ankommt, dass man diese Tipps zum richtigen Zeitpunkt parat hat. Dafür ist dann ein Aquarellunterricht sehr nützlich. Wenn Sie mehrmals die entsprechenden Tipps zum richtigen Zeitpunkt bekommen, dann wird Ihnen dann die Verwendung der jeweiligen Methode geläufiger und das Malen macht dann eben auch viel schneller deutlich mehr Spaß.
Ich nummeriere die Tipps durch, dann ist die jeweilige Methode auch besser auffindbar, wenn man sich Ich gebe Ihnen hier Tipps, die meinen Unterricht nicht überflüssig machen, da es immer darauf ankommt, dass man diese Tipps zum richtigen Zeitpunkt parat hat. Dafür ist dann ein Aquarellunterricht sehr nützlich. Wenn Sie mehrmals die entsprechenden Tipps zum richtigen Zeitpunkt bekommen, dann wird Ihnen dann die Verwendung der jeweiligen Methode geläufiger und das Malen macht dann eben auch viel schneller deutlich mehr Spaß.
Ich nummeriere die Tipps durch, dann ist die jeweilige Methode auch besser auffindbar, wenn man sich im Unterricht darüber unterhalten will.
Skizzieren Sie auf alle Fälle sehr leicht das gesamte Bild. Andeutungsweise reicht. Das Skizzieren ermöglicht einen flotteren Farbauftrag. Das ist sehr oft ganz nützlich.
Tipp 1
Auch die besten Aquarellisten halten ihren Malgrund schräg, ca. 45 Grad. Warum? Damit verhindern Sie sogenannte Rückflüsse der Farbe. Die Schwerkraft verhindert, dass sich die Pigmente nach oben bewegen. Außer Sie wollen ausdrücklich Rückflüsse, dann halten Sie den Malgrund von sich weg von oben nach unten. Manchmal will man so Bäume andeuten.
Tipp 2
Es gibt nicht eine allein–seelig–machende Aquarellmalerei. Es gibt sehr grafisch malende Aquarellmaler, wie Bernhard Vogel. Sehen Sie sich Aquarelle von William Turner an, völlig anders. Sehr impressionistisch. Sehen Sie sich Aquarelle von Álvaro Castagnet an, wieder völlig anders. Alles nur quasi flüchtig angedeutet. Sehr oft mit sehr trockenem Pinsel gemalt, so dass die Farbe gut abreißt. Sehen Sie sich einige Bilder von Edward Seago, einer meiner Favorits aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrtausends an. Ein absoluter Meister in der Darstellung von Englischen Landschaften. John Singer Sargent und Anders Zorn. Zwei Maler, die , auch wie Seago, sowohl in der Ölmalerei als auch bei Aquarell Maßstäbe setzten. Anders Zorn nochmals besonders mit seiner limitierten Farbpalette, Cadmium–Rot, Lichter Ocker, Elfenbeinschwarz und Titanweiß.
Wichtig ist, dass einem, was man selbst malt, auch wirklich gefällt. Das kann nun sehr abstrakt sein oder sehr konkret. Da gibt es kein Richtig oder Falsch!
Tipp 3
Eigentlich gehört dieser Tipp viel weiter nach hinten, es wird aber immer wieder gefragt, da es schon eine entscheidende Sache ist. Wie konkret soll man denn malen? Man könnte jetzt einfach sagen, so konkret, dass Sie das darstellen, das Sie darstellen wollten. Das ist auch, meiner Meinung nach, die einzig richtige Antwort. Wer sich an dieser Formulierung „ einzig richtige Antwort“ stört, der sollte sich aber schon überlegen, dass er die einzig richtige Antwort formuliert, dass man diese nie haben kann. Das nur nebenbei. Also, wie konkret sollte man malen? Malen Sie eher symbolisch. Das heißt, dass Sie zum Beispiel von einer Sache in weiterer Entfernung nur die Umrisse andeuten. Handelt es sich um ein Gebäude mit Fenstern, so malen Sie die Fenster nur als dunklere Farbstriche bzw. Kleckse. Auch bei Figuren im Vordergrund malen Sie am besten nur die Umrisse der Figur und ein bisschen Schattierungen. Die Beine deuten Sie nur mit trockener Farbe etwas an. Aber auf alle Fälle mit Schatten, auch wenn vielleicht auf dem Foto gar kein Schatten vorhanden ist.
Denken Sie lieber in Farbtupfer als an das Malen realer Gegenstände.
Tipp 4
Beachten Sie die sogenannten Tonwerte einer Malvorlage. Egal ob Sie von einem Foto oder der freien Natur malen, beachten Sie die Hell-Dunkel-Werte. Denken Sie immer daran, dass Ihnen die Vorlage wahrscheinlich wegen dieser Werte gerade gefallen hat. Allerdings kann es auch sein, dass Sie auch einige Tonwerte verändern können, wenn Ihnen zwar das Motiv gefällt, aber nicht die Tonwerte zusagen. Das ist oft bei Felsen der Fall. Hier sollten Sie die Felsen dann deutlich heller malen.
Tipp 5
Sie müssen sich nicht an die Vorlage halten bzw. Sie können ein Bild auch aus mehreren Fotos kombinieren. Hier sollten Sie dann jedoch auf die Größenverhältnisse achten. So können Sie dann aber auf alle Fälle interessante Bilder konstruieren. Denken Sie dabei immer an die Schatten, die Sie eventuell einfach ergänzen auch wenn sie nicht auf der Vorlage sind.
Tipp 6
Die Farbe wird nach dem Trocknen ca. 30% heller. Es ist sehr schwer beim ersten Farbauftrag gleich den richtigen Tonwert zu treffen. Werden Sie einfach sukzessive immer dunkler, das heißt, dass Sie Ihre Farbe in mehreren Schichten auftragen. Das vermindert zwar etwas die Transparenz, aber das ist immer noch besser als wenn der Farbauftrag zu dunkel ist.
Tipp 7
Tönen Sie Ihre Farben immer mit etwas Grau ab. Das können Sie auch erreichen, indem Sie über die trockene Farbe etwas Grau auftragen. Sie können somit zum Beispiel ein Graubraun oder ein Graublau kreieren. Sehr nützlich für das Malen von Wolken.
Tipp 8
Farbharmonie. Damit Ihr Bild eine Farbharmonie besitzt, sollten Sie jede Farbe, die Sie gerade auf dem Pinsel haben, an mehreren Stellen im Bild auftragen. Auch wenn Sie die Farbe gar nicht auf der Vorlage sehen, so können Sie die trotzdem einfügen. Sie malen ja ein Bild, das ein Foto oder eine sonstige Ansicht zur Vorlage hat und kopieren nicht 1:1 das Bild. Farbharmonie ist eine sehr wichtige Sache, sie gibt dem Bild gleich einen professionellen Anstrich.
Tipp 9
Wechseln Sie immer zwischen Hell und Dunkel. Haben Sie dunkle oder helle Stellen aneinander und wollen Sie diese aber deutlich unterscheiden, dann malen Sie vielleicht einfach einen Rand, wie es früher die Expressionisten gemacht haben oder zum Beispiel auch oft Bernhard Vogel.
Tipp 10
Wie malt man Bäume? Malen Sie Bäume niemals Braun. Grau, Violett, Grün, Blau ist viel besser. Malen Sie nie gerade oder sauber gebogene Äste. Äste müssen immer zittrig gemalt werden und auch sehr oft mit sehr trockener Farbe, damit die Farbe etwas abgerissener auf dem Papier erscheint. Dies deutet brüchige Rinde an. Lassen Sie in der Baumkrone immer viele weiße Stellen. Das macht den Baum lebendig.
Lassen Sie Wind durch den Baum wehen, indem Sie die Blätter mit trockener Farbe mit der Windrichtung über das Blatt ziehen. Mit ganz flachem Pinsel.
Tipp 11
Jedes Bild besteht aus unterschiedlichen Gegenständen. Grenzen Sie die Ränder dieser Gegenstände nicht scharf ab. Lassen Sie etwas Farbe von einem Gegenstand in den anderen reinfließen. Nicht überall, nur an manchen Stellen. Unterricht darüber unterhalten will.
Skizzieren Sie auf alle Fälle sehr leicht das gesamte Bild. Andeutungsweise reicht. Das Skizzieren ermöglicht einen flotteren Farbauftrag. Das ist sehr oft ganz nützlich.
Tipp 12
Kratzen Sie Gräser mit dem Pinselstil oder einem Messer aus. Das funktioniert aber nur wenn die Farbe, die weggekratzt werden soll, noch nicht trocken aber auch nicht mehr feucht ist. Ist die Farbe zu feucht bekommen Sie einen schwarzen Strich, da das farbige Wasser des Farbauftrags in das Ausgekratzte fließt. Ist die Farbe schon zu trocken, dann funktioniert das Wegkratzen nicht optimal. Dann geht es vielleicht noch mit einem spitzen Messer. Aber Achtung, Sie verletzen dabei auf alle Fälle die Papieroberfläche.
Sie können die Gräserfarbe auch mit Deckweiß mischen und dann mit sehr trockenen Pinsel flach auftragen. Das Deckweiß macht die Farbe pastos und kann somit über dunkle Farbe angebracht werden. Fast alle guten Aquarellisten arbeiten mit Deckweiß. Neapelgelb kann auch verwendet werden, da es von sich aus pastos ist.
Tipp 13
Wie malt man Wasser? Schlechte Frage, da es Wasser in den unterschiedlichsten Art und Weisen gibt. Ein Gebirgsbach mit Stromschnellen braucht sehr viel stehengelassenes weißes Papier. Das deutet die Sonnenreflektion auf dem Wasser an. Ein stiller See braucht eine einheitliche Wasseroberfläche, die man in der Regel am besten mit nasser Seeoberfläche und Farbe, die man hineinträufeln lässt, erreicht. Die Farbe, die man hineinträufelt soll die Bäume etc. um den See andeuten. Diese Farbe ist immer etwas dunkler als die Baumfarbe der Bäume.
Reflektionen von Booten etc. malt man in der Regel auch am besten symbolisch, als gezackte Linie, die aber keine Regelmäßigkeiten haben sollte. Diese Linien bringt man am besten nass auf trocken auf. Verwenden Sie keinen großen Druck. Somit bleiben die Farbpartikel nur an den Erhöhungen des Papiers haften. Das ergibt dann einen Sprenkeleffekt.
Tipp 14
Verwenden Sie eine möglichst kleine Farbpalette, also die Farben, die Sie verwenden wollen. Daraus können Sie viele andere Farben mischen und Sie haben die Garben dann besser im Griff. Der Maler Anders Zorn hatte für seine Ölmalerei nur Lichten Ocker, Cadmiumrot, Elfenbeinschwarz und Titanweiss zur Verfügung. Das Elfenbeinschwarz damals (um 1900) war deutlich blauer als das heutige. Deswegen konnte er daraus tolle Blau- und Grüntöne zaubern. Das heutige Elfenbeinschwarz ist mehr bräunlich. Da ginge das nicht. Das nur als Anregung. Lichter Ocker sollte bei Ihrer Palette auf alle Fälle dabeisein, da diese Farbe sehr gut zum abtönen anderer Farben geeignet ist. Wenn Sie oft Türkis verwenden wollen, dann müssten Sie sich Türkis kaufen, da Türkis nicht aus anderen Farben zu ermischen ist.
Gemischt wird entweder auf einer Palette, Teller etc. oder auf dem Malgrund, was natürlich etwas riskanter ist.
Tipp 15
Fehlerkorrektur. Sie können eingetrocknete Farbe mit klarem Wasser wieder vom Papier loslösen und sofort mit einem Haushaltstuch wegtupfen. Das geht natürlich auch mit noch feuchter Farbe. Sie können trockene Farbe auch mit einem scharfen Messer wegkratzen, was jedoch die Ausnahme ist. Das Wegtupfen von Farbe kann auch als Maltechnik verwendet werden, wenn Sie zum Beispiel ein Pflaster oder eine Straße etc. malen wollen. Tauglich auch für Wasseroberflächen.
Tipp 16
Rubbelkrepp für das Abdecken von Stellen, die Weiß bleiben sollen ist nicht unpraktisch aber was macht man, wenn man mal keines hat? Man kann auch um das Weiße herummalen. Es sieht sogar realistischer aus. Bei Abstraktem Realismus braucht man das sowieso nicht. Schwämme für das Malen von Blättern. Auch eigentlich überflüssig. Kann alles mit dem Pinsel relativ schnell gemacht werden. Wasserspritzflaschen. Kann auch verzichtet werden. Kann ebenfalls alles mit dem Pinsel gemacht werden.
Es gibt Hilfsmittel ohne Ende, die man aber alle mit dem Pinsel ersetzen kann.
Wird alles im Malkurs gezeigt.
Tipp 17
Wie beginnt man ein Aquarell? Wie Sie wollen. Malen Sie nur nicht von Dunkel nach Hell. Das geht nur in Ausnahmefällen, wenn Sie zum Beispiel Deckweiß oder Neapelgelb verwenden. Beide Farben sind deckend.
Normalerweise beginnen Sie mit dem Himmel und sparen schon mal Häuser etc. aus, die heller als die Himmelsfarbe sein sollen. Man nennt dies negatives Malen. Also um den Umriss eines Gegenstands herummalen. Dann malen Sie von den anderen Gegenständen die jeweils hellere Farbe auf das Papier. Lassen Sie nun alles trocknen und werden Sie dann immer konkreter. Malen Sie nicht einen Gegenstand, wie zum Beispiel das rechte Haus fertig, sondern bleiben Sie möglichst immer bei allen Gegenständen Ihres Bilds auf der möglichst gleichen Abstraktionsebene. Dann können Sie nämlich aufhören wann Sie wollen. Wann Sie meinen, dass Sie das erreicht haben, was Sie erreichen wollten.
Tipp 18
Detailarbeiten machen Sie am besten mit der Spitze eines feinen Pinsels. Für scharfe Linien darf das Papier nicht feucht sein. Halten Sie den Pinsel steil und verwenden Sie nur die Spitze. Achten Sie auch darauf, dass Linien zum Beispiel bei Bootsseilen, nie ununterbrochen sein sollen. Hier verwenden Sie etwas trockenere Farbe und halten Sie den Pinsel etwas schräger. Üben Sie kaum Druck auf den Pinsel aus und ziehen Sie den Pinsel entlang der Linie. Die Unterbrechungen, die sich dabei einstellen, nennen die Engländer lost and found. Diese Malweise entspricht der Wahrnehmung des Menschen, da bei einem Blick auf eine Sache oder Szenerie nie das Ganze sofort erfasst wird. Wenn Sie sich an Detailarbeiten machen, dann ist das sowieso nur eine symbolische Detailarbeit, da Sie die Dinge ja nur andeuten sollten. Das kommt aber auch immer darauf an wie weit entfernt Sie von der Sache sind, die Sie gerade malen wollen.
Tipp 19
Wie können Sie am leichtesten Baumäste und Blätter malen?
Ein paar Tipps dazu habe ich ja schon oben gegeben. Die Trockenpinseltechnik ist immer nützlich. Steigern kann man das Ganze aber, wenn man quasi in einen Wald schaut und dabei vor lauter Ästen und Blättern nicht mehr weiß, wo man anfangen soll. Dann machen Sie die Stelle, wo der Wald entstehen soll, ganz leicht nass, so dass das Wasser im Idealfalle sich nur auf der Körnung des Papiers aufliegt. Danach ziehen Sie, mit etwas trockener Farbe und einem feineren Pinsel quasi Baumstammlinien durch die Wasserfläche von oben nach unten und einem Abstand von ca. 1/2 Zentimeter. Die Farbe breitet sich nun nach links und rechts aus und erzeugt somit Äste bzw. Blätter. Nun können Sie noch nachträglich Äste mit einem feineren Pinsel einfügen. Achten Sie darauf, dass keine Gleichmäßigkeiten entstehen. Gleichmäßigkeit macht ein Bild langweilig!
Damit Sie keine Gleichmäßigkeit bekommen, könnten Sie für Äste und Blätter auch die sogenannte Sprenkeltechnik verwenden. Hier klopfen Sie mit dem Finger auf den Pinsel, der die Blattfarbe enthält und tropfen Sie somit die Farbe auf die vorher etwas nass gemachte Papierfläche. Die Farbtupfen können Sie nun auch noch mit dem Pinsel zu Ästen verstreichen. Bitte die Äste immer krakelig malen.
Sie könnten das Ganze auch umgekehrt machen. Malen Sie zunächst Äste mit krakeliger Pinselführung mit etwas dickerer Farbe. Spritzen Sie nun über diese noch feuchten Äste etwas Wasser. Sofort verzweigt sich die Farbe und man kann das nun als Blätter erkennen interpretieren. Jetzt können Sie noch zusätzlich mit dem Pinsel weitermachen.
Tipp 20
Wie macht man Lasuren? Zum Beispiel einen Himmel, der von oben her immer heller wird? Hier müssen Sie den Malgrund auf alle Fälle immer schräg halten. Mischen Sie nun genügend Farbe auf Ihrer Palette an. Möchten Sie einen streifenlosen Himmel, dann machen Sie den Himmelsabschnitt auf dem Papier mit klarem Wasser feucht. Nehmen Sie nun einen großen Pinsel und füllen Sie ihn mit der Farbmischung. Ziehen Sie nun den Pinsel oben im angefeuchteten Himmelsbereich von links nach rechts. Ziehen Sie den Pinsel dann wieder, ohne dass Sie neue Farbe aufgenommen haben wieder von links nach rechts, achten Sie dabei, dass Sie mit der Pinselspitze etwas in den schon aufgetragenen Farbbereich kommen. Das wiederholen Sie nun für den ganzen Himmel. Die Himmelsfarbe wird nun immer heller.
Sollte die Farbe nicht immer heller werden, dann gehen Sie wie oben vor, nehmen Sie aber nach jedem Farbauftrag wieder neu Farbe auf den Pinsel auf. Das Ganze braucht etwas Übung. Ich denke, man braucht nur im Ausnahmefall einen derartigen Himmel. Himmel, die aus unterschiedlichen Farbnuanzen bestehen, sind in der Regel interessanter.
Tipp 21
Wie erzeugt man interessante Hauswände oder andere Oberflächen?
Hier benötigen Sie die Granuliertechnik. Granulieren heißt, dass sich die Farbe etwas in körnige Textur zerlegt und somit zum Beispiel eine alte Hauswand simuliert. Dieses Verfahren ist auch bei Wolken, Felsen etc. gut zu gebrauchen. Es gibt Farben die besonders gut granulieren, wie zum Beispiel Ultramarin, Coelinblau oder Siena Natur oder Umbra Natur. Je grobkörniger das Papier ist um so besser ist der Effekt. Machen Sie nun zur Übung einfach einen roten oder gelben Fleck auf das Papier und lassen Sie nun, von der Seite her, eine granulierende Farbe vom Rand her reinlaufen.
Tipp 22
Wie malt man Wolken? Das kann sehr unterschiedlich geschehen. Eine Möglichkeit ist, zunächst eine blaue oder wie auch immer, Lasur für den Himmel anzulegen. Solange die Farbe noch nass ist, mit dem Haushaltstuch Farbe entfernen. Das Haushaltstuch kann auch etwas feucht sein. Das Resultat ist ein weißer Bereich, der aber immer noch einen Hauch von Himmelsfarbe beinhaltet. Dies ist besser als wenn man die Wolken, beim Himmelanlegen weiß lässt. Das sieht nämlich oft nach Löcher aus. Nachdem die Wolke und der Himmel trocken sind, kann man noch andere Farben und Dunkelheiten einfügen. Oder auch schon, wenn beide noch etwas feucht sind. Das gibt dann wieder einen etwas anderen Effekt.
Tipp 23
Verwenden Sie, wenn Sie fertig sind, unbedingt ein Passepartout. Ihr Bild sieht darin ca. 50% besser aus! Sie sollten immer ein Passepartout zu Hause haben um sofort einen Eindruck zu bekommen, ob Sie noch viel malen müssen.
Weiteres in den Kursen! Ich freue mich auf Sie!
Zur Zeit bin ich an mehreren Volkshochschulen im Münchner Raum (Fürstenfeldbruck, Eichenau, Puchheim, Germering, Gilching, Gröbenzell) tätig und gebe dort Kurse für das Malen mit Aquarellfarben, Ölfarben, Gouache und mit Öl- bzw. Softpastellen.
Bei diesen Kursen und auch bei den Online-Kursen über Zoom brauchen Sie keine Vorkenntnisse in den angebotenen Maltechniken. Also Anfänger sind sehr willkommen und machen in der Regel sehr schnell deutliche Fortschritte!
In diesem Kurs werden Sie vertraut gemacht mit
der Nass-in-Nass-Technik,
der Nass-auf-Trocken-Technik,
dem richtigen Mischen von Farben,
dem Erzielen von Farbharmonie,
wichtigen Kompositionsmerkmalen,
unterschiedlichen Pinseltechniken,
dem richtigen Erkennen von Tonwerten,
dem richtigen Verwenden der Perspektive,
der Landschaftsmalerei.
Sie können bei mir auch Online-Termine mit ZOOM buchen! Kontakt über