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Wie kommt es zu dieser seltsamen Bezeichnung und wie wird Gouache überhaupt gesprochen?
Gouache (französisch gouache, von lateinisch aquatio, italienisch guazzo ‚Lache'; eingedeutscht Guasch) ist ein wasserlösliches Farbmittel aus gröber vermahlenen Pigmenten unter Zusatz von Kreide. Als Bindemittel wird Gummi arabicum verwendet.Den Zusatz von Kreide sehen Sie sehr gut beim Ultramarin. Es hat im trockenen Zustand eine samtene Anmutung.
Wie funktioniert Gouache?
Die Gouache-Farbe kann sowohl für deckende als auch für lasierende Maltechniken verwendet werden. Damit vereint sie Eigenschaften der Ölfarbe (deckend) und der Aquarellfarbe (lasierend).
Die Gouache-Farbe kann, wie jede wasserlösliche Farbe, auch nach dem Trocknen wieder angelöst werden. Ihre Bilder sind somit beliebig korrigierbar! Das beruhigt den Malprozess sehr! Für das Malen im Urlaub ist die Gouache-Farbe unschlagbar. Sie benötigen nur die Farben und etwas Wasser. Das Bild ist sehr schnell trocken (vergleichbar mit Aquarell). Es ist also sofort transportierfähig!
Wie mischt man mit Gouache?
Seit wann gibt es Gouache?
Im 15. Jahrhundert entdeckten bedeutendere Künstler diese Technik für sich. Raffael, Tizian und Dürer verwendeten Gouache für Studien und Entwürfe, andere untermalten ihre Ölbilder mit Gouache. Berühmte Vertreter der moderneren Gouachemalerei sind Henri Matisse, Marc Chagall, Paul Wunderlich, Pablo Picasso oder Otto Müller.
Pablo Picasso, Sitzende Frau
Zur Maltechnik
Gouache kann in dünnen oder dickeren Schichten und auch alla prima (ohne Untermalung oder Lasur) vermalt werden. Sie können weiße Bildteile deckend gestalten und müssen nicht wie bei der Aquarellmalerei ausgespart werden. Viele Aquarellmaler machen das allerdings ebenso. Sie verwenden Deckweis, auch als Beimischung zu anderen Farbtönen um sie deckender zu machen, wenn ein Bildteil korrigiert werden muss, bzw. wenn deckende Übermalungen stattfinden sollen.
Auf welchem Papier malt man mit Gouache?
Gouache kann aber auch wie Tempera, Öl- oder Acrylfarbe auf Leinwand und anderen textilen Untergründen vermalt werden. Ebenfalls können Malplatten, die mit Leinwand beschichtet sind, mit Acryl grundiert und dann mit Gouache bemalt werden.
Diese Bilder auf Malplatten können sogar mit Firnis behandelt werden. Es gibt für Gouache einen extra Wachsfirnis.
Die Malhaltung
Da man relativ flüssig malt, ist es besser, wenn der Malgrund nicht senkrecht gehalten wird. Man legt den Malgrund auf den Tisch. Bei Verläufen empfielt es sich auch den Malgrund schräg nach vorne zu halten. Also man sollte keine Tisch- oder sonstige Staffelei verwenden.
Nach dem Trocknen weist Gouache eine samtartig matte Oberfläche auf. Gute Gouachefarbe hellt nach dem Trocknen nicht auf, sofern es sich um Künstlerfarben mit lichtechten Pigmenten handelt.
Google sagt zum Unterschied zwischen Acryl und Gouache folgendes
"Acrylfarben lassen sich wunderbar vermalen, entwickeln eine hervorragende Deckkraft und sind nach dem Trocknen wasserfest. Auch Metallic-Effekte, Perlmuttglanz und mehr sind möglich. Gouache dagegen lässt sich vermalen wie eine Wasserfarbe, wirkt aber nach dem Trocknen wie Acryl."
Das ist Unsinn. Gouache wirkt nach dem Trocknen wie Gouache, also nicht wie ein Kunststoff-Film. Es wirkt eher kreidig.
Es gibt zum Thema Gouache von mir Filme auf youtube:
Weiteres in den Kursen!
Zur Zeit bin ich an mehreren Volkshochschulen im Münchner Raum (Fürstenfeldbruck, Eichenau, Puchheim, Germering, Gilching, Gröbenzell) tätig und gebe dort Kurse für das Malen mit Aquarellfarben, Ölfarben, Gouache und mit Öl- bzw. Softpastellen.
"Wissen um zu Können, das war mein Gedanke!" Courbet, 1855