Louis Corinth: „Zum Lernen ist aber die Ölfarbe vorzuziehen. Sie hat die Möglichkeit des absoluten Korrigierens …“.
Die Ölmalerei
Kleine Impressionen aus dem Ölmalen in der VHS Fürstenfeldbruck
Als erstes möchte ich Ihnen hiermit einen Vorschlag für die richtigen Ölfarben machen.
Braucht man wasserlösliche Ölfarben?
Nein! Vor ein paar Jahren habe ich noch die so genannten wasserlöslichen Ölfarben vorgeschlagen. Diese Farben hatten den großen Vorteil, dass man ohne geruchsintensive Pinselreiniger, die oft Kopfschmerzen verursacht haben, ausgekommen ist. Der Nachteil dieser wasserlöslichen Ölfarben ist, dass sie nur ein kleineres Spektrum Farben abdecken. Dieses Spektrum ist zwar für die meisten Fälle ausreichend (der hervorragende schwedische Maler Anders Zorn wäre mit diesem Spektrum sicher ausgekommen, er verwendete nur Elfenbeinschwarz, Lichten Ocker, Cadmium Rot und Titanweiß), aber eben nicht für alle.
Seit es das Malmedium W (wie Wasser) gibt, können Sie alle gewöhnlichen Ölfarben, von allen Herstellern verwenden und müssen dennoch nicht mit Pinselreiniger arbeiten, die Kopfschmerzen verursachen könnten. Sie können anstatt Medium W auch Rapsöl verwenden.
Es reicht, wenn Sie das Malmedium W bzw. Rapsöl in ein kleines Glas geben und die Pinsel, beim Farbenwechsel reingeben und dann mit einem Haushaltstuch kurz abreiben. Für eine intensivere Reinigung empfiehlt sich noch die Nacharbeit mit einer Kernseife. Dies reicht aber wenn Sie das nach dem Beenden der Malerei einmal am Tag machen.
Auch eingetrocknete Ölfarbe können Sie noch aus dem Pinsel entfernen, wenn Sie den Pinsel über Nacht in das Glas mit Medium W stellen. Allerdings sollte man dies nur in Ausnahmefällen machen. Sonst benötigen Sie vielleicht doch einen speziellen Pinselreiniger. Hier sollten Sie dann etwas Pinselreiniger in ein Glas geben und die harten Pinsel über Nacht in das Glas stellen. Das Glas mit den Pinseln am besten im Freien abstellen. Am besten ist, Sie malen jeden Tag ein Bild, dann müssen Sie am Ende der Malsession die Pinsel nicht intensiv mit Kernseife putzen!
Wo kauft man Ölfarben?
Wenn es pressiert in einem Kunstladen im Ort,wenn vorhanden, manchmal auch im Baumarkt, (falls dieser Kunstmaterial hat). Wenn es ein paar Tage Zeit hat, dann zum Beispiel hier
www.kreativ.de. Sie bekommen die Bestellung ab 79.-€ portofrei.
https://www.kreativ.de/Kuenstlerbedarf/Oelfarben
Nicht jeder Hersteller hat die Farben, die man gerne haben will, dann muss man bei den anderen Herstellern nachsehen.
Natürlich ist auch Boesner eine gute Wahl, da die Versendung sogar deutlich schneller geht, als bei Kreativ! Ab 250€ müssen Sie auch bei Boesner keine Versandkosten zahlen. Die Versandkosten belaufen sich in der Regel so um die 7€. Wenn Sie das auf die Anzahl der Produkte umlegen, dann zahlen Sie pro Produkt nicht mehr so viel, dass sich die Fahrt zu Boesner lohnen würde. Wenn Sie in den Läden shoppen wollen, dann ist das natürlich etwas anderes und manchmal findet man tatsächlich etwas, das man vielleicht online übersehen hätte.
Welche Farben sollten Sie haben?
Titanweiß
Ein helleres Gelb und ein dunkleres Gelb (Zitronengelb ist eine gute Lösung, da man es auch zum dunkleren Gelb mit etwas Rot abtönen kann).
Kadmiumrot hell und Kadmiumrot mittel, auch Zinnoberrot geht gut (auch Chinacridon, da es etwas bläulich ist und bessere Violett-Töne beim Mischen hervorbringt).
Ultramarinblau, Cölinblau, Preußischblau (Phtaloblau ebenfalls gut)
Lichter Ocker (könnte man aus den oberen Farben ermischen, ist aber als fertige Farbe ganz praktisch, da man diese Farbe oft braucht).
Krapplack
Das wäre das Minimum. Türkisblau ist auch immer nützlich!
Kaufen Sie keine so genannten Studiofarben. Sie sind zwar billiger, Sie ärgern sich aber sicherlich, da diese Farben nicht die Deckkraft von so genannten „echten Künstlerfarben“ haben.
Zu den Pinseln
Bei den Kursen nehme ich immer etliche Pinsel für Sie aus meinem Fundus mit, damit Sie auch unterschiedliche Pinsel testen können. Wenn Sie sich dann selbst Pinsel besorgen wollen, empfehle ich folgende Seite im Internet.
https://www.kreativ.de/Kuenstlerbedarf/Pinsel-Malspachteln/Kuenstlerpinsel/Oelmalpinsel-/I-LOVE- ART-Oelmalpinsel-Katzenzunge.html
Diese Pinsel sind von den Haaren her steifer, als zum Beispiel Aquarell-Pinsel. Damit lässt sich die Farbe deutlich leichter auftragen!
Ob man Katzenzungenpinsel oder Rundpinsel oder Flachpinsel nimmt ist nicht so entscheidend. Das ist auch oft Geschmacksache. Das Farbeabreißenlassen mit trockener Ölfarbe funktioniert allerdings mit einem Rundpinsel schon besonders gut. Ich habe von allen jeweils drei Stück in unterschiedlichen Größen. Das wäre dann aber schon die Minimalausstattung. Brislon-Pinsel sind der Hit. Die gibt es aber nur bei Boesner, so viel ich weiß.
Während des Malens sollte man immer mindestens einen Pinsel für die dunkleren Farben haben und einen für die Hellen. Im Folgenden kommen nun Maltipps. Dies sind aber nur Anregungen bzw. Erfahrungen, die hier dargestellt werden. Man kann jedoch immer so oder so malen.
Sieht man einmal von der Royal Watercolour Society ab, die 1804 gegründet wurde und den wahren Aquarellisten vorschrieb, niemals Deckweiß zu verwenden, haben sich die meisten Künstler nur am gelungenen Resultat orientiert. Ein John Singer Sargent, einer der genialsten Aquarellmaler aller Zeiten oder Bernhard Vogel, ein zeitgenössischer sensationeller Aquarellmaler aus Salzburg verwendet eben Deckweiß, wenn es gut passt. Sie orientieren sich eben mehr an Friedrich Schiller: „Die Kunst ist eine Schwester der Freiheit“. Ich will damit sagen, man sollte nicht fragen, ob man mit einem Medium in gewisser Weise vorgehen muss, sondern man sollte sich einfach am gewünschten Resultat ausrichten. Wenn sich Künstler über ein Bild unterhalten, dann heißt es sehr oft nicht, wie hast da das gemalt, sondern mit was. Das kann schon einmal eine Scheckkarte sein. Alles ist erlaubt, wenn es zum Ziel führt.
Bei den folgenden Maltipps gehe ich davon aus, dass das Ölbild in ca. 3 Stunden fertiggemalt ist. Man nennt diese Maltechnik Alla prima. Das kommt natürlich auch auf die Größe an. Sie können an einem Bild auch mehrere Tage malen, ohne dass die Malschicht schon trocken wäre. Wenn die obere Schicht immer feuchter als die untere Schicht ist, dann macht das nichts. Das Bild trocknet von unten heraus. Sie dürften allerdings nie mit einer Acrylschicht über ihr noch nicht total durchgetrocknetes Ölbild gehen. Hier würde die obere Schicht schneller trocken werden, als die Ölschicht. Das Resultat wäre ein Aufreißen der Acrylschicht. Andersherum ist es kein Problem. Sie können jederzeit ein Acrylbild, wenn es trocken ist (ca. 15 - 20 Minuten) mit Öl übermalen.
Wie starten Sie die Malerei?
Grundieren Sie Ihre Leinwand mit einer etwas dunkleren Acrylfarbe. Ölfarbe ist für das Grundieren nicht praktisch, da sie länger trocknen muss, außer Sie geben Sie sehr verdünnt auf den Malgrund oder Sie verstreichen die Ölfarbe sehr dünn auf den Malgrund. Das kann auch ohne Lösungsmittel oder Öle funktionieren. Das Grundieren mit Acrylfarbe hat den Vorteil, dass der Öl-Farbauftrag dann leichter geht. Die Farbe reisst nicht immer ab. Außer man will das ausdrücklich. Nach dem Grundieren mit Acryl bitte den Pinsel sofort mit Wasser sehr gut auswaschen, da Acryl sonst nicht mehr aus dem Pinsel zu entfernen ist. Acryl ist ein Kunststoff. Der Pinsel ist dann steif wie ein Brett und muss leider entsorgt werden.
Wie beginne ich ein Bild?
Meistens haben Sie ja eine Fotovorlage. Diese Vorlage gefällt Ihnen aus bestimmten Gründen. Es ist nun wichtig, dass Sie das auf Ihrem Malgrund bringen, was Ihnen auf der Vorlage so gut gefällt. Wie übertragen Sie nun das Geschehen auf dem Foto auf Ihren Malgrund? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.
Eine Variante wäre, dass Sie, wenn es sehr genau werden muss (also zum Beispiel beim Porträt), auf die Vorlage zwei Diagonalen zeichnen, die sich in der Mitte des Fotos schneiden. Dann machen Sie eine senkrechte und eine waagrechte Linie durch die Mitte. Jetzt ziehen Sie wieder eine Diagonale beim linken oberen Kästchen von links unten zum oberen Ende der mittleren Linie. Machen Sie das ebenfalls bei den anderen drei Kästen. Sie können nun wieder senkrechte und waagrechte Linien durch die Mitten der vier Kästchen ziehen usw. Sie können dieses Kästchen entwickeln so verfeinern wie Sie es brauchen. Das Gleiche müssen Sie auch bei Ihrem Malgrund machen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Ihr Malgrund die gleichen Verhältnisse in der Höhe und Breite, wie das Foto hat. Nun können Sie die Kästcheninhalte auf dem Foto auf Ihren Malgrund kopieren. In der Regel mit einem Stift. Es kann aber auch ein Pinsel sein. Es kommt auf die Größe des Malgrunds an. Bei Portraits ist dieses Vorgehen, wie schon oben erwähnt, sehr praktisch, da man beim Porträt sehr exakt vorgehen muss. Bei Landschaftsbildern ist dieses Vorgehen nicht nötig. Hier muss nicht so exakt gearbeitet werden. Hier kann man sich mit einer schnellen Skizze mit einem Pinsel begnügen, mit dem man entweder in zunächst ausgefüllten Formen malt oder in Linien. Meistens wird das kombiniert. Eine andere Vorgehensweise bespreche ich etwas weiter unten, das Episkop.
Wie male ich perspektivisch richtig?
Wenn Sie perspektivisch malen wollen, nehmen Sie den Pinsel immer zwischen Zeigefinger und Daumen in einer etwas schrägen Lage, so dass Sie Linien, die Sie in der Ferne sehen, von der Schräge her abmessen und dann leicht auf den Malgrund übertragen können. Ich habe das hier an einem kurzen Video vorgestellt:
Wie treffe ich die richtigen Tonwerte?
Wenn Sie ein Objekt betrachten, kneifen Sie die Augen etwas zusammen, damit Sie die Mitteltöne etwas ausschließen bzw. die Tonwerte feststellen auf die es ankommt. Sie sollten dann nur noch diese Tonwerte malen, die Sie dann sehen. Unter Tonwerte versteht man die Helligkeiten. Also, wie hell ist ein Objekt bzw. eine Stelle im Objekt. Das Problem liegt allerdings darin, dass Ihr Hirn die jeweiligen Tonwerte wahrnimmt, dass es aber ein weiterer Schritt ist, diese gesehenen Tonwerte dann auch richtig auf den Malgrund zu bringen. Hier müssen Sie eventuell die Vorlage und das, was Sie auf den Malgrund gebracht haben, mehrmals mit zugekniffenen Augen überprüfen. Sie können die Tonwerte auch dadurch bestimmen, indem Sie die Vorlage fotografieren, wenn dies nicht schon gemacht ist, und dann diese Aufnahme im Smartphone auf S/W stellen. Dies zeigt Ihnen die Tonwerte etwas besser. In der Regel haben Sie nicht mehr als 5 Tonwerte.Hier gibt es ein Video von mir zum Thema Tonwerte. Dieses Video bezieht sich zwar auf Ölfarben, dies ist aber egal, da es um die Tonwertbestimmung generell geht:
Achten Sie darauf, dass Ihre dunklen Stellen auf dem Bild nicht zu hell sind. Helle Stellen auf dem Bild brauchen unbedingt die richtig dunklen Stellen, damit sie wirken. Man sagt, dass die Dunkelheiten im Bild den Rhythmus des Bilds ausmachen. Ihr Bild lebt auch von Schatten. Dabei ist es oft gar nicht wichtig, dass Sie den Schatten richtig setzen, das heißt von der richtigen Seite. Damit das Bild interessanter wird, können auch mehrere Schatten aus unterschiedlichen Seiten auftreten. Jalousien bringen auch immer Atmosphäre bei Innenansichten oder bei Hausfassaden. Sehen Sie sich die Bilder von Mike Keilbach an, sie sind voll mit Schatten, auch aus unterschiedlichen Richtungen.
Wie starten Sie beim Malen im Freien?
Malen Sie gerne im Freien, dann sollten Sie gleich am Anfang ein Foto von der Szenerie machen. Nur so sind Sie sicher, dass Sie nicht von der Sonnenwanderung überrascht werden. Malen Sie so flott wie möglich und dann vom Tablet her fertig. Es ist nicht so erstrebenswert, dass Sie jeden Grashalm zu malen versuchen. Deuten Sie die Objekte vielmehr nur an. Das geht bedeutend schneller und es macht einen deutlich frischeren Eindruck. Vergessen Sie im Sommer Antimückenmittel und etwas zum Trinken nicht!
Starten Sie Ihr Bild, indem Sie die Vorlage in Flächen aufteilen
Eine Variante, um ein Bild zu beginnen, wäre, dass Sie zuerst Ihre Objekte auf dem Bild als Flächen malen. Vorher legen Sie diese Flächen mit Linien in hellem Orange (Ölfarbe) fest. Ob Sie dann, beim Ausmalen dieser Flächen, mit den dunkelsten Farben anfangen oder mit den hellsten ist eigentlich egal. Mit der Zeit werden diese Flächen dann immer differenzierter. Sie übermalen diese Flächen permanent. Das Differenzieren sollte dann immer für alle Flächen in gleichem Maße gemacht werden. Das hat den Vorteil, dass Sie dann zu einem bestimmten Zeitpunkt das Gemälde beenden können und alles hat die gleiche Differenziertheit. Fangen Sie also bei einem Porträt nicht mit dem Auge an indem Sie dann zuerst einmal das Auge komplett fertig malen und dann den Rest jeweils, wie Ohr etc.. Ich habe das hier in Ansätzen dargestellt:
Oft wird die Frage gestellt: Wie malt man Bäume?
Bei Bäumen in einem Landschaftsbild malen Sie nicht einen Baum komplett fertig und dann jeweils den Rest. Bei Bäumen malen Sie zuerst nur die reine Form und geben dann Farbe in die Form. Malen SIe den Baumstamm immer etwas schief. Blätter entwickeln sich dann, indem Sie immer mehr unterschiedliche Blätterfarbe in diese Form geben. So gehen Sie auch bei Wiesen oder Felder vor. Das können nur jeweils Pinselstriche mit unterschiedlicher Farbe sein. Durchscheinenden Himmel fügen Sie bei Bäumen ziemlich zum Schluss ein. Äste immer etwas krakelig, Wie wenn Sie leicht zittern würden. Immer unterbrochen von Laub, nie als durchgängige Linien. Ziehen Sie bei Ästen den Pinsel immer sehr schräg über den Malgrund, so dass die Farbe immer etwas abreißt. Das macht das Bild realistischer. Das würden Sie auch sicher auf der Vorlage sehen, man übersieht es nur zu leicht, da man gerne Objekte aus dem Kopf malt und sich dann aber wundert, dass das auf dem Malgrund nicht das ist, was man auf der Vorlage sieht. Je einfacher Sie malen, um so überzeugender ist es. Ich habe das auch hier etwas dargestellt:
Wie male ich Wasser?
Die Pinselführung bei Wasser geht immer waagrecht. Auch bei Spiegelungen sollten Sie immer waagrecht vorgehen. Das sind dann eben mehrere Pinselstriche untereinander. Die Farben, die sich im Wasser spiegeln, sind immer etwas dunkler als das was sich spiegelt. Einige waagrechte dünne Striche auf der Wasseroberfläche machen sich immer gut. Mit heller Farbe. Kleine Wellen sollten mit kurzen Pinselstrichen angedeutet werden, aber nicht regelmäßig. Das ist nur dann etwas mühselig, wenn Sie versuchen jede Welle, die Sie sehen zu übertragen. Sie können die Farben im Wasser auch senkrecht aufbringen, dann sollten Sie aber diese Senkrechten mit waagrechten Pinselstrichen ergänzen.
Die Malrichtung und die Kanten der Objekte
Malen Sie immer in der Richtung in der das Objekt erzeugt wurde bzw. die das Objekt hat. Damit unterstützen Sie mit Ihrem Pinselduktus (Pinselstrich) schon die Struktur des Objekts. Schaffen Sie zwischen den einzelnen Objekten weiche Kanten, das schafft mehr Atmosphäre und macht das Bild aber zugleich realistischer. Das Auge überträgt das Gesehene an das Gehirn zwar scharf, das Gehirn nimmt es aber in der Regel gar nicht so war. Dies kann bei gemalten Bildern dann mit unscharfen Kanten unterstützt werden. Der Betrachter empfindet das Bild als angenehm. Dieses betonen einer gewissen Unschärfe wird auch durch das Mischen der Farben auf dem Maluntergrund unterstützt. Wenn Sie dann irgendwo eine scharfe Kante im Bild einbauen, dann wirkt dies alles umso mehr. Dies wäre ein kompositorischer Gegensatz. Hintergründe sollten nie als unstrukturierte Flächen gemalt werden. Je chaotischer Ihre Pinselführung bei Hintergründen ist, um so realistischer wirkt er. Das gilt auch für Bäume etc. Naturstrukturen sollten auch immer zittrig gemalt werden. Das erreichen Sie durch das sehr Flachhalten des Pinsels mit dickerer Farbe, die dann immer beim Auftrag leicht abreißt. Eine andere Variante wäre, dass Sie die hauptsächlichen Linien Ihres Bilds mit oranger Ölfarbe auf den Malgrund bringen. Stimmt eine Linie nicht, dann wischen Sie sie einfach weg. Ist das nicht mehr möglich, dann übermalen Sie sie mit einem dunkleren Orange. Orange nimmt man deswegen, da diese Farbe, wenn man sie zum Übermalen mit der eigentlichen Farbe an dieser Stelle vergisst, beim Betrachten des Bilds nicht stört. Die Linien sollten nicht mit zu dicker Ölfarbe gezogen werden. Verdünnen Sie die orange Ölfarbe mit etwas Medium W oder Rapsöl. Leinöl geht natürlich auch. Shellsol brauchen Sie nie!
Wie ermittle ich den richtigen Tonwert (Helligkeit)?
Helle und dunkle Flächen nie mit nur einer Farbe malen. Wenn Sie den gleichen Tonwert verwenden, dann können Sie die Farben beliebig variieren und Ihr Bild wird dadurch lebendiger und bekommt eine höhere Wertigkeit. Also hier immer die Augen zukneifen mit dem „Wo ist denn meine Brille-Blick?“, dann können Sie sich den richtigen Tonwert ermischen.
Die unterschiedlichen Tonwerte können Sie auch gut feststellen, wenn Sie die Vorlage fotografieren und dann das Bild in Schwarz/Weiß anzeigen lassen. Das schafft jedes Smartphone unter dem Menüpunkt Bearbeiten bei den Fotos. Wurde ja auch schon etwas oben dargestellt.
Weiteres in den Kursen!
Zur Zeit bin ich an mehreren Volkshochschulen im Münchner Raum (Fürstenfeldbruck, Eichenau, Puchheim, Germering, Gilching, Gröbenzell) tätig und gebe dort Kurse für das Malen mit Aquarellfarben, Ölfarben, Gouache und mit Öl- bzw. Softpastellen.
Bei diesen Kursen und auch bei den Online-Kursen über Zoom brauchen Sie keine Vorkenntnisse in den angebotenen Maltechniken. Also Anfänger sind sehr willkommen und machen in der Regel sehr schnell deutliche Fortschritte!
"Wissen um zu Können, das war mein Gedanke!" Courbet, 1855