Softpastelle sind sehr praktisch beim Malen, da sie trocken auf das Papier aufgebracht werden. Der Maler hat also auch im Urlaub keinerlei Transportprobleme. Viele Impressionisten betrachteten Pastellfarben als ideales Medium für Experimente. Degas, Renoir, Gauguin, ToulouseLautrec und Matisse setzten Pastellfarben effektvoll ein. Der Kurs zeigt nicht nur die Handhabung von Softpastellen, sondern geht auch auf grundsätzliche Vorgehensweisen in der Malerei ein, wie Komposition, Farbharmonie uvm.
Achten Sie darauf, dass sich Ölpastelle sehr von Softpastellen unterscheiden. Ölpastelle sind in der Regel deutlich härter als Softpastelle und geben deswegen nicht so leicht die Pigmente auf das Papier ab. Ich bevorzuge Softpastelle. Das Problem ist jedoch, dass es Hersteller, wie Schmincke gibt, die ihre Produkte nur als Pastelle bezeichnen. Dabei verkaufen Sie jedoch nur Ölpastelle. Es gibt andere Leute, die sehen das anders. Die Pastelle, die ich jedoch von Schmincke gekauft habe sind für mich klare Ölpastelle. Dies kann man ganz leicht darin feststellen, dass ihre Oberfläche einfach deutlich ölig ist. Das kann ich bei Sennelier Softpastells nicht feststellen. Die sind kreidig. Es gibt allerdings Hersteller, die stellen tatsächlich eine mittlere Qualität her. Dazu zählt zum Beispiel Faber-Castell und Artina. Beides sehr günstige Sortimente und auch sehr brauchbar. Ganz, ganz entscheidend ist jedoch das Papier. Hier empfehle ich eindeutig Pastelmat. Eine weitere wichtige Sache ist, ob man die Soft- oder Ölpastelle auch einzeln nachkaufen kann. In der Regel kaufen Sie zu Beginn Ihrer Karriere nicht einzelne Farben, wie dies beim Ölmalen oder Acryl üblich wäre, sondern immer
Farbenzusammenstellungen der Hersteller. Hier würde ich Ihnen für den Anfang höchstens 24 Farben empfehlen. Alles andere kann man ermischen. Sie kommen auch mit 12 Farben aus. Dann müssen Sie eben mehr mischen. Das schadet aber nicht und strapaziert Ihren Geldbeutel nicht so! Einzelne Farben können Sie zum Beispiel bei Sennelier oder Schminke kaufen. Für Softpastelle empfehle ich Sennelier. Diese Firma verkauft aber auch Ölpastelle. Sie können auch beide Pastellarten mischen. Sie können sehr gut auf Ölpastell mit Softpastell malen. Andersherum ist es nicht zu empfehlen. Wollen Sie aber unbedingt auf einer Stelle, die Sie mit Softpastell bemalt haben mit Ölpastell malen, dann sollten Sie die Softpastellschicht zunächst wegkratzen.
Wo kauft man Softpastell-Farben?
Softpastelle unterschiedlichster Firmen bekommen Sie unter anderem bei www.kreativ.de. Sie bekommen die Bestellung ab 79.-€ portofrei. h t t p s : / / w w w . k r e a t i v . d e / i n d e x . p h p ?
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Es werden hier in der Regel Softpastelle in unterschiedlichen Packungen angeboten. Auch in unterschiedlichen Größen. Schmincke und Sennelier sind die teuersten Produkte aber auch von hoher Qualität.
Wie bringen Sie die Farben auf das Papier bzw. den Malgrund?
Sie malen immer direkt mit den Farbkreiden. Pinsel entfallen also. Sie könnten natürlich auch mit einem Pinsel über den Farbauftrag gehen. Nicht unüblich. Dafür gibt es dann aber tatsächlich eigene Pinsel. Sie können die Farbe auch mit Leinöl verflüssigen. Sie können die Softpastellkreiden auch zum Skizzieren und Zeichnen verwenden. Die wahre Bestimmung dieses Malmediums liegt aber im satten Farbauftrag. Aus diesem Grunde gelten Sie als Malfarben. Beim Malen mit Softpastellen können Sie praktisch ohne große Vorbereitungen starten. Sie benötigen kein Wasser oder Lösungsmittel. Dies hat auch den großen Vorteil, dass sich die Farben nicht verändern. So wie Sie die Farben auf den Malgrund bringen, bleiben sie auch. Sie werden nicht dunkler oder heller. Sie sehen also schon beim Malen, wie das fertige Bild wirkt. Die Softpastelle bestehen aus fast reinen Pigmenten, das erzeugt die hohe Intensität. Ein kleiner Nachteil besteht darin, dass Sie darauf achten müssen, dass beim Farbauftrag nie alle Farbe auf dem Malgrund haften bleibt. Das ist bei den Ölpastellfarben jedoch anders. Jedoch kann es auch hier bei einzelnen Farben passieren, dass sie ähnlich bröseln, wie Softpastelle. Beim Arbeiten mit Softpastellen bildet sich immer etwas Kreidestaub auf dem Tisch bzw. Boden. Aus diesem Grunde ist es praktisch, wenn Sie eine Staffelei verwenden. Das kann auch eine Tischstaffelei sein. Sie sollten den Malgrund senkrecht auf die Ablage der Staffelei stellen. Zwischen Ablage und Malgrund fügen Sie ein Blatt
Haushaltsrolle ein. Der Staub fällt also auf die Haushaltsrolle. In der Regel verwenden Sie Papier als Malgrund. Dieses sollten Sie zunächst auf einen etwas stärkeren Hintergrund kleben, also eine Malplatte oder ein Stück Sperrholz oder einen starken Karton. Kleben Sie das Papier einfach mit Tesakrepp oder ähnlichem auf den Hintergrund.
Während des Malens sollten Sie die Zwischenergebnisse mit einem Fixativ fixieren. Verwenden Sie kein Haarspray, wie man das früher gemacht hat. Es hat die Tendenz zum Vergilben. Der Auftrag des Fixativs sollte im Freien gemacht werden. Also einfach das Bild aus dem Fenster hängen und etwas einsprühen. Moderne Fixative riechen kaum noch. Der Geruch verfliegt auch innerhalb von Minuten. Dann ist das Bild auch wieder trocken und Sie können Weitermalen. Es gibt auch Maler, die verwenden das Fixativ erst ganz zum Schluss. Das ist Geschmackssache. Ganz zum Schluss fixieren sollten Sie aber auf alle Fälle, denn dann ist die aufgetragene Farbe optimal geschützt. Das Bild kommt dann in der Regel in ein Passepartout. Damit hält das Bild einen kleinen Abstand zum Glas des Rahmens. Ein passender Rahmen ist sehr wichtig für die Attraktivität Ihres Bilds. Er gibt Ihrem Werk sofort einen professionellen Anstrich.
Ein bisschen Historisches
Der Gebrauch von Pastellfarben ist keine neue Mode, das geht bis auf das 15. Jahrhundert zurück. Hier hatte man jedoch nur Schwarz, Weiß und Rot zur Verfügung. Leonardo da Vinci verwendete viel das Rot. Erst im 18. Jahrhundert konnten die Künstler sehr viele unterschiedliche Farbentöne nutzen. Es wurden Landschaftsbilder gemalt aber auch sehr viel Porträt. Als das Porträtmalen aus der Mode war, ging es auch mit dem Pastellmalen etwas zurück. Für das Wiederaufleben war zunächst schwerpunktmäßig Edgar Degas (1834-1917) verantwortlich. Degas entwickelte auch neue Techniken. Er setzte die Pastellfarben sowohl für seine Strichzeichnungen ein, als auch für das Ausmalen von Farbbereichen. Schwerpunktmäßig waren es Zeichnungen und Gemälde von Ballettänzerinnen. Degas verwendete immer mehrere Farbschichten aufeinander. Viele Impressionisten verwendeten Pastellfarben für das Experimentieren mit Farben.
Kann man denn malen, wie man will?
Sieht man einmal von der Royal Watercolour Society ab, die 1804 gegründet wurde und den wahren Aquarellisten vorschrieb, niemals Deckweiß zu verwenden, haben sich die meisten Künstler nur am gelungenen Resultat orientiert. Ein John Singer Sargent, einer der genialsten Aquarellmaler aller Zeiten oder Bernhard Vogel, ein zeitgenössischer sensationeller Aquarellmaler aus Salzburg verwendet eben Deckweiß, wenn es gut passt. Sie orientieren sich eben mehr an Friedrich Schiller: „Die Kunst ist eine Schwester der Freiheit“. Ich will damit sagen, man sollte nicht fragen ob man mit einem Medium in gewisser Weise vorgehen muss, sondern man sollte sich einfach am gewünschten Resultat ausrichten. Wenn sich Künstler über ein Bild unterhalten, dann heißt es sehr oft nicht Wie hast da das gemalt, sondern mit Was. Das kann schon einmal eine Scheckkarte sein. Alles ist erlaubt, wenn es zum Ziel führt.
Allgemeine Tipps zur Malerei mit Softpastellen
Damit sich die Farbe gut auf den Malgrund überträgt, verwenden Sie etwas raueres Papier. Dies kann tatsächlich ein feines Sandpapier sein oder zum Beispiel Pastelmat. ︎
Papiere für Pastellfarben gibt es, wie schon oben erwähnt, in unterschiedlichen Tönen. Sie sollten sich auch Papiere in unterschiedlichen Tönen zulegen, da dies sehr praktisch ist. Verwenden Sie den Hintergrund, der für Ihr Bild vorherrschend ist. Das ist aber auch nur eine Variante. Es kann auch sein, dass Sie ein dunkles Papier verwenden, obwohl das Ergebnis ziemlich hell ausfallen soll. Dann bringt der dunklere Ton im Hintergrund mehr Plastizität, da er immer etwas durchscheint. Er lässt das Helle etwas vibrieren. Das kann einen sehr guten Effekt haben. Sie können sich die gewünschte Hintergrundfarbe auch selbst machen. Verwenden Sie zum Beispiel ein helles PastelmatPapier und schaben Sie kleine Späne von Ihrem Softpastell-Stift ab, dessen Farbe Sie für den Hintergrund haben wollen. Verteilen Sie diese Späne über das ganze Blatt. Gehen Sie nun mit einem feuchten Tuch über die Späne und verreiben Sie sie auf dem Blatt zur Ihrer neuen Hintergrundfarbe. Der Hintergrund kann ruhig etwas streifig werden. Er scheint ja nur partiell durch. Wenn das Papier wieder trocken ist, schütteln Sie es aus. Jetzt ist der neue Hintergrund fertig. Ein Fixieren vor dem Malen schadet nicht. Genauso können Sie natürlich mit einem dunklen Malgrund vorgehen. Sie gehen, wie oben besprochen, mit einem hellen Pastellstift ebenso vor.
Wie beginne ich ein Bild?
Meistens haben Sie ja eine Fotovorlage. Diese Vorlage gefällt Ihnen aus bestimmten Gründen. Es ist nun wichtig, dass Sie das auf Ihrem Malgrund bringen, das Ihnen auf der Vorlage so gut gefällt. Wie übertragen Sie nun das Geschehen auf dem Foto auf Ihren Malgrund? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Variante wäre, dass Sie, wenn es sehr genau werden muss (also zum Beispiel beim Porträt) , auf die Vorlage zwei Diagonalen zeichnen, die sich in der Mitte des Fotos schneiden.
Dann machen Sie eine senkrechte und eine waagrechte Linie durch die Mitte. Jetzt ziehen Sie wieder eine Diagonale beim linken oberen Kästchen von links unten zum oberen Ende der mittleren Linie. Machen Sie das ebenfalls bei den anderen drei Kästen. Sie können nun wieder senkrechte und waagrechte Linien durch die Mitten der vier Kästchen ziehen usw. Sie können dieses Kästchen entwickeln so verfeinern wie Sie es brauchen. Das Gleiche müssen Sie auch bei Ihrem Malgrund machen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Ihr Malgrund die gleichen Verhältnisse in der Höhe und Breite, wie das Foto hat. Nun können Sie die Kästcheninhalte auf dem Foto auf Ihren Malgrund kopieren. In der Regel mit einem Stift. Es kommt auf die Größe des Malgrunds an. Bei Portraits ist dieses Vorgehen, wie schon oben erwähnt, sehr praktisch, da man beim Porträt sehr exakt vorgehen muss. Bei Landschaftsbildern ist dieses Vorgehen nicht nötig. Hier muss nicht so exakt gearbeitet werden. Hier kann man sich mit einer schnellen Skizze begnügen, mit dem man entweder in zunächst ausgefüllten Formen malt oder in Linien. Meistens wird das kombiniert. Eine andere Vorgehensweise bespreche ich etwas weiter unten, das Episkop.
Wie male ich perspektivisch?
Wenn Sie perspektivisch malen wollen, nehmen Sie die Malkreide immer zwischen Zeigefinger und Daumen in einer etwas schrägen Lage, so dass Sie Linien, die Sie in der Ferne von der Schräge her abmessen, leicht auf den Malgrund übertragen können. Ich habe dazu einen kleinen Film gemacht:
Wie treffe ich die richtigen Tonwerte?
Wenn Sie ein Objekt betrachten, kneifen Sie die Augen etwas zusammen, damit Sie die Mitteltöne etwas ausschließen bzw. die Tonwerte feststellen auf die es ankommt. Sie sollten dann nur noch diese Tonwerte malen, die Sie dann sehen. Unter Tonwerte versteht man die Helligkeiten. Also, wie hell ist ein Objekt bzw. eine Stelle im Objekt. Das Problem liegt allerdings darin, dass Ihr Hirn die jeweiligen Tonwerte wahrnimmt, dass es aber ein weiterer Schritt ist, diese gesehenen Tonwerte dann auch richtig auf den Malgrund zu bringen. Hier müssen Sie eventuell die Vorlage und das, was Sie auf den Malgrund gebracht haben, mehrmals mit zugekniffenen Augen überprüfen. Auch hierzu einen kleinen Film, der sich zwar auf Ölfarben bezieht, dies gilt aber ebenso für Softpastelle:
Mit einem knetbaren Radiergummi oder mit einem scharfen Messer können Sie Farbbereiche entfernen, ebenfalls mit einem festen Haushaltstuch. Oder einfach mit der gewünschten Farbe übermalen, falls noch nicht zu viele Schichten aufgebracht wurden.
Achten Sie darauf, dass Ihre dunklen Stellen auf dem Bild nicht zu hell sind. Helle Stellen auf dem Bild brauchen unbedingt die richtig dunklen Stellen, damit sie wirken. Es ist nicht so, dass wo viel Licht, da viel Schatten ist, sondern, damit viel Licht auf dem Bild erscheint, braucht es viel Schatten! Man sagt, dass die Dunkelheiten im Bild den Rhythmus des Bilds ausmachen. Ihr Bild lebt von Schatten. Dabei ist es oft gar nicht wichtig, dass Sie den Schatten richtig setzen, das heißt von der richtigen Seite. Damit das Bild interessanter wird, können auch mehrere Schatten aus unterschiedlichen Seiten auftreten. Jalousien bringen auch immer Atmosphäre bei Innenansichten oder bei Hausfassaden. Sehen Sie sich die Bilder von Mike Keilbach an.
Es gibt von mir zum Thema Softpastell weitere Filme auf youtube:
Alles Weitere besprechen wir im Kurs!
Zur Zeit bin ich an mehreren Volkshochschulen im Münchner Raum (Fürstenfeldbruck, Eichenau, Puchheim, Germering, Gilching, Gröbenzell) tätig und gebe dort Kurse für das Malen mit Aquarellfarben, Ölfarben, Gouache und mit Öl- bzw. Softpastellen.
Bei diesen Kursen und auch bei den Online-Kursen über Zoom brauchen Sie keine Vorkenntnisse in den angebotenen Maltechniken. Also Anfänger sind sehr willkommen und machen in der Regel sehr schnell deutliche Fortschritte!
"Wissen um zu Können, das war mein Gedanke!" Courbet, 1855